Restbudget für CO2-Emissionen in Deutschland: Zertifikate-Budget-Rechner

Der WWF fordert ein „Klimaschutz- und Energiewenderahmengesetz“ (Kenrag). Die SZ berichtete darüber.

Aufgeteilt auf mehrere Sektoren ließe sich ganz einfach prüfen, ob die politischen Maßnahmen rechtzeitig zum Ziel führen. So wäre schnell klar, ab wann keine Verbrenner mehr in Autos, LKW und Flugzeugen eingesetzt werden dürfen, wenn es bei dem mickrigen CO2-Minderungsziel von 30% bis 2030 für PKW-Verbrenner bleibt. Oder wieviele CO2-Emissionszertifikate es insgesamt noch geben darf…

Die deutschen CO2-Emissionen liegen derzeit wohl bei knapp 1 Gt CO2 pro Jahr. Über den Emissionshandel werden rund 45% der CO2-Emissionen erfasst, die Zertifikatemenge liegt so ungefähr bei 420 Mio. t CO2 pro Jahr (zum Vergleich Gesamt-EU: ca. 2 Gt pro Jahr). Wenn also der Industrie insgesamt rund die Hälfte des CO2-Restbudgets, also ca. 5 Gt CO2 zugesprochen werden, dann darf die Industrie bei einer jährlichen Minderung von 2,2% p. a. (wie gerade von der EU-Kommission vorgeschlagen!) noch ungefähr 13 Jahre CO2 emittieren. Dann ist Schluss. Wenn die Industrie -5% Minderung pro Jahr schaffen würde, dann wären es noch 17 Jahre. Wirklich erforderlich wären nach meiner überschlägigen Rechnung Minderungen von ca. -8% p. a.: dann käme man im Jahr 2050 auf eine Emissionsminderung von ca. -93% gegenüber heute und würde das Gesamtbudget von 5000 Mt bei einer geringen Restemission von ca. 28 Mt CO2 p. a. nicht überschreiten.
Der neue Vorschlag der EU-Kommission zur Reduktion der CO2-Emissionen im Zertifikatehandel ist also bei weitem nicht ausreichend! Die Anstrengungen müssten mindestens verdreifacht werden!

Anbei ein kleiner Rechner, mit dem man zeigen kann, wie stark die CO2-Zertifikate der Industrie reduziert werden müssten, um das CO2-Budget einzuhalten.

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Ein Kommentar zu “Restbudget für CO2-Emissionen in Deutschland: Zertifikate-Budget-Rechner
  1. Rudi Seibt sagt:

    Dieser schöne Rechner sollte für die Energiewende-Saboteure der Jamaike-Runde (Lindner, Beer, Dobrint, Scheurer, …) Kenntnis-Pflicht sein.
    Aberw ahrscheinlich wissen die ja sowieso,d ass CO2-Handel nicht funktioniert und fordern ihn gerade deswegen.

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