Mikro-Mieterstrom-Modell: Baustart für Test-Projekt in München

Heute beginnt der Bau einer PV-Anlage in München, die nach dem Mikro-Mieterstrommodell des Vereins Sonnenkraft Freising realisiert wird.

Der Neubau bekommt eine PV-Anlage mit 26,4 kWp. Die 88 Module a 300 Wp sind jeweils auf der Ost- und Westdachfläche montiert. Der Stromverbrauch im Gebäude wird von 9 Stromzählern gemessen, davon 7 für die Mietparteien, 1 für die Wärmepumpe und 1 für den Haus- bzw. Allgemeinstrom.

Die PV-Anlage besteht aus 8 technisch und rechtlich getrennten Anlagen mit jeweils eigenen Modulen, eigenem Wechselrichter und eigenem Einspeisepunkt. Jeder Wechselrichter bekommt seinen Strom von je 5 Modulen von der Ost- und Westseite, so dass sowohl Strom für die Morgenstunden („beim Frühstücken“), als auch für die Abendstunden („beim Abendessen“) produziert wird. Die Wechselrichter speisen direkt in die Mietwohnungen ein. Die PV-Anlagen werden an die jeweiligen Mieter verpachtet. Dadurch werden die Mieter zu PV-Betreibern und „echten“ Eigenversorgern, so dass hier keine EEG-Umlage auf Eigenverbrauch anfällt. Der Überschussstrom wird von den Mietern an den Netzbetreiber geliefert und nach EEG vergütet.

Da aus dem Verkauf des Überschussstroms an den Netzbetreiber kein Gewinn entsteht (in steuerlicher Hinsicht keine Gewinnerzielungsabsicht bzw. keine Totalgewinnprognose), zählt der Betrieb der PV-Anlage für das Finanzamt als „Liebhaberei“: auch hier funktioniert also das Konzept von „PV ohne Finanzamt“, das der Verein seit einigen Jahren erläutert. Denn: „Einsparungen“ werden vom Staat nicht besteuert! Der finanzielle Vorteil für die Mieter entsteht durch die vermiedenen Strombezugskosten durch die „echte“ Eigenerzeugung.

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