Mikro-Mieterstrom-Modell: Baustart für Test-Projekt in München

Heute beginnt der Bau einer PV-Anlage in München, die nach dem Mikro-Mieterstrommodell des Vereins Sonnenkraft Freising realisiert wird.

Der Neubau bekommt eine PV-Anlage mit 26,4 kWp. Die 88 Module a 300 Wp sind jeweils auf der Ost- und Westdachfläche montiert. Der Stromverbrauch im Gebäude wird von 9 Stromzählern gemessen, davon 7 für die Mietparteien, 1 für die Wärmepumpe und 1 für den Haus- bzw. Allgemeinstrom.

Die PV-Anlage besteht aus 8 technisch und rechtlich getrennten Anlagen mit jeweils eigenen Modulen, eigenem Wechselrichter und eigenem Einspeisepunkt. Jeder Wechselrichter bekommt seinen Strom von je 5 Modulen von der Ost- und Westseite, so dass sowohl Strom für die Morgenstunden („beim Frühstücken“), als auch für die Abendstunden („beim Abendessen“) produziert wird. Die Wechselrichter speisen direkt in die Mietwohnungen ein. Die PV-Anlagen werden an die jeweiligen Mieter verpachtet. Dadurch werden die Mieter zu PV-Betreibern und „echten“ Eigenversorgern, so dass hier keine EEG-Umlage auf Eigenverbrauch anfällt. Der Überschussstrom wird von den Mietern an den Netzbetreiber geliefert und nach EEG vergütet.

Da aus dem Verkauf des Überschussstroms an den Netzbetreiber kein Gewinn entsteht (in steuerlicher Hinsicht keine Gewinnerzielungsabsicht bzw. keine Totalgewinnprognose), zählt der Betrieb der PV-Anlage für das Finanzamt als „Liebhaberei“: auch hier funktioniert also das Konzept von „PV ohne Finanzamt“, das der Verein seit einigen Jahren erläutert. Denn: „Einsparungen“ werden vom Staat nicht besteuert! Der finanzielle Vorteil für die Mieter entsteht durch die vermiedenen Strombezugskosten durch die „echte“ Eigenerzeugung.

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2 comments on “Mikro-Mieterstrom-Modell: Baustart für Test-Projekt in München
  1. Thomas Reich sagt:

    Momentan betreue ich selber ein ähnliches Projekt, allerdings mit einer Gesamtleistung von 9,9 KWp. Vom EVU erhielt ich die Auskunft, dass gemäß EEG §24 alle Einzelanlagen zu einer Gesamtanlage addiert werden, wenn es um die Feststellung geht, ob für den Eigenverbrauch EEG-Abgabe zu entrichten sei. Welche Erfahrung haben Sie nach Realisierung gemacht?
    MFG
    Th. Reich

    • admin-aho sagt:

      Die Auskunft vom EVU ist korrekt bezüglich der Ermittlung der Einspeisevergütung, aber falsch hinsichtlich der Frage, ob EEG-Umlage auf Eigenverbrauch zu zahlen ist.
      Die Clearingstelle EEG hat hierzu im Empfehlungsverfahren 2014/31 dargestellt, wann Anlagen nicht zusammenzufassen sind. Siehe konkret auf Seite 22, Randnummer 54.
      Um Missverständnissen aufgrund der Formulierung bezüglich „galvanischer Trennung“ vorzubeugen: die Anlagen müssen hierzu (mess-)technisch getrennt sein (also: eigene Module, eigener Wechselrichter, eigener Einspeisepunkt), eine „galvanische Trennung“ im physikalischen Sinn (z. B. durch Trenntrafo etc.) ist nicht erforderlich.

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